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Frankfurter Rundschau, Donnerstag, 22. September 2005
Bildungschance für Jugendliche
Neues Zentrum für den Main-Taunus-Kreis eröffnet
Der Main-Taunus-Kreis hat in Kooperation mit der Gesellschaft für Berufsbildung AEG SIGNUM ein neues Bildungszentrum in Hofheim eröffnet. Dort werden zurzeit mehr als 80 junge Menschen ausgebildet. Der Kreis spricht von einem einmaligen Projekt in Rhein-Main.
„Mit der Eröffnung des Bildungszentrums wird in diesen Ausbildungsjahr 81 jungen Menschen eine neue Perspektive auf dem Arbeitsmarkt eröffnet“, sagte Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Hans-Jürgen Hielscher (FDP) gestern vor der Presse.
Der Kreis tue alles, damit die Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahren den Start ins Erwachsenenleben nicht mit einer Arbeitslosenkarriere beginne. Berufliche Qualifikation und gute Ausbildungsabschlüsse seien dafür eine unverzichtbare Grundlage. „Wir haben heute unserer Palette der Förderungen einen weiteren Farbton hinzugefügt“.
Laut Hielscher handelt es sich um ein „außergewöhnliches“ Projekt, das es in der Rhein-Main-Region „so noch nicht gibt“. Dies sei beispielhaft für andere Kreise. Die Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaft hätten Unterstützung zugesagt.
Angebot für junge Hilfeempfänger
Seit dem 1. September erhalten 49 junge Menschen, die bisher Arbeitslosengeld II bezogen haben, eine überbetriebliche, gewerblich-technische Ausbildung in dem neuen Bildungszentrum in der Reifenberger Straße. Ausgebildet wird in den Berufen des Metallbauers, des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie des Elektroanlagenmonteurs.
Weitere 32 junge Hilfeempfänger nehmen an einer einjährigen Berufsvorbereitung teil. Die Qualifikations- und Ausbildungsangebote seien mit Industrie- und Handelskammer und Kreishandwerkerschaft abgestimmt. Im Main-Taunus-Kreis beziehen den Angaben nach zurzeit 450 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren Leistungen nach dem Arbeitslosengeld II. Obwohl das Ausbildungsjahr schon begonnen hat, soll das Angebot des Bildungszentrums für jüngere Hilfeempfänger ohne Ausbildung noch einige Wochen offen bleiben.
Der Kreis hat das Unternehmen AEG SIGNUM beauftragt, die überbetrieblichen Ausbildungsplätze sowie die Berufsvorbereitung für arbeitslose Jugendliche anzubieten. Insgesamt 50 Ausbildungsplätze und 60 Plätze für die Berufsvorbereitung stehen zur Verfügung. Die monatlichen Kosten von 550 Euro pro Ausbildungsplatz und 460 Euro pro Berufsvorbereitung finanziert der Bund. Beschäftigt werden in den neuen Bildungszentrum unter anderem auch Sozialpädagogen, die die jungen Menschen begleiten, die oft aus schwierigen Verhältnissen stammen.
AEG SIGNUM Geschäftsführer Tom Windschild lobte die jungen Leute, die hoch motiviert mitarbeiten würden. Viele von ihnen hätten vorher keine Perspektive mehr gesehen und würden nun diese große Chance nutzen. Die Stimmung unter den jungen Leuten sei ausgesprochen gut, und es mache Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Als Beispiel wurde der Werdegang eines 22-jährigen angeführt, der seit 15 Jahren von der Sozialhilfe lebt, Ausbildungen und Förderprogramme abgebrochen und selbst als Tagelöhner nur unregelmäßig gearbeitet hat.
Im neuen Bildungszentrum arbeite der junge Mann zuverlässig. „Was wir hier machen, ist auch ein Stück Sozialisierung“, sagte Sozialdezernent Hielscher. Das Bildungszentrum biete dafür „optimale Voraussetzungen“.
Ralf Munser
AEG SIGNUM
Die AEG SIGNUM Gruppe ist aus der ehemaligen AEG Aktiengesellschaft entstanden. Das Bildungs- und Beratungsunternehmen ist heute nach eigenen Angaben marktführend in Deutschland und unterhält sieben Standorte, Firmensitz ist Hofheim.
300 Unternehmen aus dem Mittelstand und der Großindustrie nehmen nach Firmenangaben die Dienstleistungen in Anspruch. Über 2000 Jugendliche werden jährlich in 20 gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen ausgebildet. Beschäftigt werden 200 feste und freie Mitarbeiter.
RMU
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